Culture

Bank­sy – der Street-Art-Hero!

Bank­sy – der moder­ne Robin Hood!
Bank­sy – der War­hol der Jetztzeit!

Fast jeder kennt sie – sei­ne Bil­der – die er im Schut­ze der Dun­kel­heit mit­tels Scha­blo­nen (Sten­cils) bei Nacht und Nebel­ak­tio­nen auf Häu­ser­wän­de sprayt. Aber, wer kennt ihn? Nobo­dy knows.

Bank­sy – ein Phantom?

Die Kunst eines „Phan­toms“ – oder doch nicht, wer weiß es schon – wird hoch gehan­delt. Kommt näm­lich doch ein­mal eines sei­ner sozi­al­kri­ti­schen Wer­ke unter den Ham­mer erreicht es unge­ahn­te Sum­men bei Sotheby’s, Christies’s oder Bonhams.

Ralf Möller, Sarah Kronsbein, Bianca Cavallo, Dirk Kronsbein © BrauerPhotos
Ralf Möl­ler, Sarah Krons­bein, Bian­ca Caval­lo, Dirk Krons­bein
© Brau­er­Pho­tos

Wäh­rend noch vor eini­gen Jah­ren Heer­scha­ren von Poli­zis­ten hin­ter dem gro­ßen Unbe­kann­ten her waren, ver­fol­gen den Gue­rillaspray­er nun sei­ne Samm­ler. Und die müs­sen fix sein: denn die limi­tier­ten Sieb­druck Edi­tio­nen, nur von Wert mit dem Zer­ti­fi­kat sei­ner Fir­ma Pest Con­trol, sind schon vor bekannt wer­den auf dem Kunst­markt wie­der vergriffen.

Schon allein aus die­sem Grund ist die Aus­stel­lung – “Bank­sy King of Urban Art @ Mün­chen” in der Gale­rie Krons­bein eine Sen­sa­ti­on: 45 Wer­ke wer­den hier gezeigt, aus­schließ­lich aus der Pri­vat­samm­lung Krons­bein. Es ist die ers­te so umfang­rei­che Aus­stel­lung des bri­ti­schen Urban-Art-Künst­lers in Deutsch­land. Dirk Krons­bein, Kunst­samm­ler und seit drei Jah­ren auch Besit­zer einer Gale­rie, die sei­ne Toch­ter Sarah führt, hat in jah­re­lan­ger Sisy­phus­ar­beit die aus­ge­stell­ten Bil­der zusam­men getragen.

Ori­gi­na­le tref­fen auf Edi­tio­nen. Berühm­te gesell­schafts­kri­ti­sche Moti­ve, wie die Gangs­ter- Rat, die im Dreck lebt und doch gan­ze Zivi­li­sa­tio­nen in die Knie zwin­gen kann, die poe­tisch anmu­ten­de Nola unter dem Regen­schirm, der sie nicht schützt, son­dern den Regen sel­ber auslöst.

Das wohl popu­lärs­te zugleich roman­tischs­te Werk „Girl with Bal­loon“ – der leuch­tend rote Herz-Bal­lon steht für die Lie­be, die geschätzt und geach­tet wer­den muss oder “Choo­se your Wea­pon” – mit Keith Haring Hund (das Werk ist inzwi­schen hin­ter Ple­xi­glas geschützt) sind in ver­schie­de­nen Farb­va­ria­tio­nen zu sehen.

Auf Kar­ton gesprüh­te Ori­gi­na­le, sind die bei­den Ver­sio­nen von “Toxic Mary”, Maria, als gefähr­li­che Hei­li­ge, gibt dem Jesu­lein das Fläsch­chen – auf dem ein Toten­kopf prangt und unter ihnen flie­gen die Bomber.

Bank­sy will die Gesell­schaft auf­rüt­teln, kennt kei­ne Tabus. Selbst vor der Queen nicht – als dia­man­ten­ge­schmück­te Mon­key Queen schaut sie von der Wand. Ob die Queen amu­sed war?

Die moder­ne Ant­wort auf Robin Hood!

Immer wie­der kommt in sei­nen Moti­ven die Sinn­lo­sig­keit von Waf­fen und sozia­ler Unge­rech­tig­keit vor. „Bomb Love“, dass die Bom­be umar­men­de Mäd­chen steht für Rein­heit, wäh­rend die Flie­ger­bom­be Zer­stö­rung und Leid reprä­sen­tiert. „Hea­vy Wea­pon­ry“, den mit einer Rake­te schwer bewaff­ne­ten Ele­fan­ten hat er zu sei­nem Logo erklärt und ziert sei­ne Echt­heits­zer­ti­fi­ka­te. Des Wei­te­ren wird auf die Zer­ti­fi­ka­te eine zer­ris­se­ne 10 Pfund­no­te getackert – ver­se­hen mit einer durch­lau­fen­den Num­mer und dem Kon­ter­fei Dianas.

Der War­hol der heu­ti­gen Zeit!

Model Kate Moss, selbst Bank­sy Samm­le­rin, spray­te er nicht auf eine Haus­wand, son­dern setz­te ihr ein Denk­mal als Mari­lyn Mon­roe im cha­rak­te­ris­ti­schen Pop-Art Stil Andy War­hols. Kein sozi­al­kri­ti­sches Werk, aber es ist eine der belieb­tes­ten Edi­tio­nen und erzielt die höchs­ten Auk­ti­ons­prei­se. Die wah­ren Fans sind aller­dings immer auf der Suche nach sei­nen Sten­cils. Ob er, weil die Poli­zei im Anmarsch war, Sten­cils bei den ille­ga­len Spra­y­ak­tio­nen lie­gen las­sen muss­te? Wer weiß das schon?

Vie­le sei­ner Moti­ve regen zum Nach­den­ken und gleich­zei­tig zum Schmun­zeln an. So, der Sen­sen­mann mit Smi­ley Gesicht. Die nack­te Grau­sam­keit springt einem bei „Napalm“ ent­ge­gen. Flan­kiert von Mickey Mou­se und Ronald McDo­nald das wei­nen­de nack­te Mäd­chen Kim Phuc, des­sen Foto 1972 nach einem Bom­bar­de­ment im Viet­nam­krieg um die Welt ging. Besit­zer des Wer­kes ist Dami­en Hirst.

Bank­sy ist über sei­ne Scha­blo­nen­kunst hin­aus auch für sein sozia­les Enga­ge­ment bekannt. Am Ver­nis­sa­ge­abend sam­mel­te die Gale­rie von den pro­mi­nen­ten Gäs­ten 7.150 Euro, zu Guns­ten der Initia­ti­ve sport​-chan​ce​.de. Der Ver­ein, der direkt gegen­über der Gale­rie liegt, unter­stützt über den Box­sport Jugend­li­che in schwie­ri­gen Situationen.

Dirk Krons­bein und sei­ne Toch­ter Sarah wol­len die Fas­zi­na­ti­on und Ein­zig­ar­tig­keit, die von Bank­sys Wer­ken aus­geht, einem brei­te­ren Publi­kum näher brin­gen. Die Expo­na­te stam­men alle aus sei­ner Pri­vat­samm­lung und ste­hen nicht zum Ver­kauf. Aber wer weiß, viel­leicht ja doch eines Tages!

Mar­ti­na Manikowski

Info

bis zum 10. Sep­tem­ber 2016 in der
Gale­rie Kronsbein

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